Dr. Karen Eigenbrod

Ganzheitliche Tiermedizin
Physikalische und regulative Tiermedizin


 

Kupava fährt zur Rennbahn


 

 

 

 


So und jetzt stelle ich mich mal vor...


Ich heiße Kupava Iz Razdolia, stamme aus Rußland und werde Euch mal die Welterklären....

Die andere hündin auf dem Bild ist Atlantis Beauty Snorlax und stammt aus Tschechien - nett, aber "blond".

Und wenn Ihr die Legende der Barsois gelesen habt, weißt Ihr auch aus welcher Windrichtung wir jeweils kommen...















Die Legende der Barsoi


Am Ende der Welt, das weder Mensch noch Tier bisher gefunden haben, wo sich die Füchse schon meilenweit vorher gute Nacht sagen, da steht das Schloss des Königs der Winde.


Dass der König der Winde vier Söhne hat, ist jedem bekannt. Jeder dieser Söhne hat sein eigenes ausgeprägtes Wesen. Aber wenn es darauf ankommt, dann halten die Vier zusammen wie  Pech und Schwefel. Einmal im Jahr so zwischen Weihnachten und Neujahr – man sagt auch in den Tagen zwischen den Jahren – da treffen sich die Söhne im Schloß des Vaters.

In dieser Nacht herrscht auf der ganze Erde Windstille.


Dann sitzen sie zusammen und erzählen und prahlen, was sie im vergangenen Jahr so alles geheult, geblasen, gewirbelt, gestürmt und gepfiffen haben. Sie sprechen von eisigen Blizzards, vernichtenden Orkanen, rasenden Tornados, übermütigen Böen, heißen Schirokkos oder leicht verspielten Brisen. Die Ohren würden uns Menscen davon zu sausen beginnen.


Natürlich weiß der Nordwind immer die kältesten Geschichten zu erzählen. Wohl ist der Ostwind der stürmischste der Vier – ja - der Wildeste, doch an die Schärfe seines Bruders kommt er nicht heran.

Südwind und Westwind hingegen flüstern sich in dieser Nacht Geschichten so sanft und lieblich zu, dass es klingt wie Harfentöne, zarte Melodien, wie Märchengeflüster.

Jeder dieser Windsöhne besitzt ein Rudel herrlicher, schlanker Windhunde. Diese fliegen mit ihren Herren in alle Himmelsrichtungen. Nur ganz selten kann ein Sonntagskind einen der rasanten, wundervollen Hunde am Himmel, in den Wolken der Stürme dahin eilen sehen.


Die Hunde des Nordwindes sind grau-weiß gefleckt, die des Ostwindes schwarz-weiß gescheckt, die Tiere des Südwindes haben langes, schneeweiß lockiges und dies des Westwindes rotbraunes Fell.

Jeder der vier Königssöhne protzt in jedem Jahr neu damit, meist am Ende der Erzählungen über ihre Taten und Untaten, dass er den schnellsten aller Hunde besitzt.



Darüber geraten sie in jedem Jahr so in Streit, dass sie wie wild auseinander stieben.
Da beschließt der König des Windes - das ist nun schon lange her - dem ein Ende zu bereiten.

Er nimmt sich seine Söhne vor und spricht zu ihnen:
„Jeder von Euch soll sein lieb Tier einmal um die Erde jagen lassen. So kann ich erkennen, wer von euch fähig ist, mein Nachfolger zu werden und die Macht über alle Winde zu besitzen. Zu stürmisch ist ungesund, ebenso wie zu milde. Mein Nachfolger muß all seine Eigenschaften in wohlüberlegter Manier einsetzen können. Wer seinen Hund wirklich liebt, wer ihn immer gerecht behandelt hat, der wird ihn als Ersten zurückkommen sehen. So sei es!“

In einer Neujahrsnacht, als das alte Jahr noch nicht geendet und das Neue noch nicht begonnen hatte, jagen die vier besten Tiere hinaus in die Nacht.
Das ist ein Brausen und Heulen, ein Jaulen und Pfeifen!
Allen Menschen die das hören, gerinnt das Blut in den Adern.

Die vier Hunde stoben zugleich auseinander, jeder in seine Himmelsrichtung.
Auf halben Wege - in Russland, wo das Schloß von Väterchen Frost steht - dürfen sie Rast einlegen. Dort treffen sie kurz hintereinander ein. Jedes der intelligenten Tiere weiß aber, wenn es verliert, würde es von seinem Herrn streng bestraft werden.
Denn keiner der vier so ungebärdigen Söhne will auf den Thron verzichten.
Nach kurzer Überlegung beschließen die Tiere dieser Schmach gemeinsam auszuweichen, da ja drei von ihnen verlieren mussten, indem sie nicht zu ihren Herren zurückkehrten.

Somit erkennt der König der Winde sehr schnell, dass noch keiner seiner Söhne reif genug ist für die Thronfolge. Er weiß, er kann sich auf den Instinkt der Windhunde verlassen.
Auch er hat einmal, vor sehr langer Zeit diese Prüfung bestehen müssen.
Er hat damals gesiegt und die Macht seines Vaters übernommen.

Die Windhunde aber, welche nun auf der Erde bleiben wollen, beschließen einträchtig, ihre Dienste dem großen Zaren anzubieten.

Ist er nicht auch ein König, ein großer Herrscher?
Sie wollen in Zukunft für ihn die Wölfe in der Taiga jagen, sein Schloß beschützen und an seiner Seite das königliche Bild durch ihre Schönheit ergänzen.


Als der Zar aller Russen diese wundervollen Wesen erblickt, ist er sehr begeistert.
Ihre ausgeglichene, himmlische Erscheinung fasziniert ihn geradezu. Das sind keine Staublecker vor seinen Füßen wie alle anderen, die sich unter seiner Gewalt ducken. Nein, aufrecht majestätisch stehen sie vor ihm. Und so befiehlt er sofort seinem Baumeister in
Perechino - nicht weit von Petersburg - wo sein Jagdschloß steht, eine königliche Unterkunft für die Tiere bauen zu lassen. Ein erhabenes Schloß soll es sein.

Ab sofort werden sie russische Windhunde genannt und jeder soll mit dem Tode bestraft werden, der eines dieser Tiere aus dem Schloß entfernt.
Der Zar nennt sie vom ersten Tag an zärtlich: Meine Barsoi.
Und diesen Namen tragen sie heute noch. In Perechino soll nun jedes Tier in dem Teil des Schlosses wohnen, welches der ihm zugestammten Himmelsrichtungen entsprach.
So kann der Barsoi des Ostwindes seine leicht geknickten Ohren freudig gegen Osten stellen, der des Westwindes atmet glücklich den Westwind ein, der Barsoi des Nordwindes den scharfen Wind seines Herrn, während dem Südwindhund allmittäglich die liebliche Südwindbrise durchs schneeweiße Fell fährt. In dieser so glücklichen Umgebung werden im Lauf der Jahre Hunderte von Windhunden geboren. Der große Zar kennt alle mit Namen und liebt jeden einzelnen von ihnen.

Wehe dem Menschen, der sich nicht an die Gesetze von Perechino hält! Wer eines dieser Tiere hart anfasst oder gar schlägt, wird sofort nach Sibirien verbannt.
Bis heute treffen sich die Söhne des Windes noch viele Male. Über die Hunde, die sie verlassen haben, wird nie ein Wort verloren.
Denn auch für sie ist es eine Schmach, bei dem Test so schrecklich versagt zu haben.
Denn der Barsoi liebt in seinem Leben nur einen Herrn, und dem ist er treu ergeben.
Er kann seine großartige Seele nur einmal verschenken.

Und so wird der König der Winde seine Söhne noch einige Jahrhunderte um die Erde toben lassen müssen, bis einer von ihnen genug Beherrschung erworben und ausreichend Erfahrung gesammelt hat.

Den Windhunden, die auf Erden bleiben, um einen anderen König zu dienen und so ihr Gesicht nicht verlieren, nimmt der greise König nur die Kraft, sich in die Lüfte erheben zu können, wie sie es zuvor mit seinen Söhnen getan haben.
Trotzdem werden sie auf Erden immer die schnellsten und schönsten Wesen bleiben, die Zeugen von der Kraft und dem Gerechtigkeitssinn des Königs der Winde.

(Verfasser unbekannt)



Und jetzt  fange ich mal an mit meinem Unterricht:


Bewegung ist uns Windhunden verdammt wichtig - uns allen Hund, aber uns besonders - uns deshalb mal vorhab ein paar Basics


Unterwasserlaufband für Hunde


Einleitung


Dem Wesen nach gehört das Laufbandtraining Unterwasser zur physikalischen und rehabilitativen Medizin. Es gewährt einen gelenkschonenden Muskelaufbau unter Ausnutzung der optimalen nervalen Verbindungen zwischen dem zentralen (ZNS: Gehirn und Rückenmark) und peripherem Nervensystem (Zum Beispiel motorische Nerven). Durch Ausnutzung der vollständigen Motorik und gleichzeitiger Entlastung der Gelenkflächen durch Reduktion des Körpergewichtes sowie Lymphdrainage durch den umgebenen Wasserdruck kann eine hinreichend ausreichende Stärkung der Muskeln erfolgen. Es ist damit die einzige Möglichkeit den Hund gezielt aufzubauen und zu trainieren.


Ein weiterer Vorteil der Hydrotherapie ist es, dass auch bei bestehenden Läsionen innerhalb des Bandapparates, der Gelenke, der Extremitäten wie auch der Wirbelsäule die Bewegungen durch den Wasserwiderstand geführt werden sowie eine tiefe Erwärmung der Skelettmuskulatur erfolgt und damit auch vielerlei Folgeerkrankungen verhindert werden können.


Es kommt hierbei darüber hinaus zu einem Krafttraining der Muskulatur, welches hervorragend einstellbar ist und durch die vormals genannte Wärme gleichfalls den Abtransport der Muskelabbaustoffe befördert.


So ist das Unterwasserlaufband in seiner Gesamtheit als ein Bestandteil der ganzheitlichen Tiermedizin zu betrachten, da es gilt die Ursachen von Leiden und Erkrankungen zu erkennen und kausale Therapien zu entwickeln. Die Wiederherstellung der Funktion und gleichzeitige direkte und/oder indirekte Einflussnahme auf Schmerzgeschehen werden somit durch Einsatz von Physiotherapie, Neuraltherapie, Akupunktur und Homöopathie geboten, wobei wie bereits erwähnt die Hydrotherapie ein zentrales Thema darstellt. Hierbei werden also alle Anteile des Skelettsystems unterstützt und gefördert.

Lauftraining für Hunde


Der Windhund ist ein Paradigma für einen eigenständigen Sichtjäger, der sich durch hohe Geschwindigkeiten auszeichnet, die für andere Hunderassen aus diesem Grunde in die Rassen hineingekreuzt wurden.

Die genetische Selektion auf diese Fähigkeiten führte zu Hunden, die sehr selbstständig durch wiederholte schnelle Attacken Wild zum Niederbruch treiben. Diese Eigenschaften haben ihre genetische Determination/Korrelation in einer (für Hunde) ungewöhnlichen Skelettmuskulatur dergestalt, dass hier eine zum Teil 100%ige Ausbildung der Skelettmuskulatur des Fasertypus II vorliegt [11]. Dieser Fasertyp liegt im Besonderen bei der knochen-/gelenkfernen Muskulatur vor, wohingegen die knochen-/gelenknahe Muskulatur vom Fasertyp I ist. [3]


Die Skelettmuskeln enthalten somit eine Mischung der verschiedenen Muskelfasern [14] [15] [22]. Der vorherrschende Muskeltyp ist abhängig von der Hunderasse [21]. All diese Besonderheiten sollte bei der Haltung der Hunde auch Rechnung getragen werden. Wozu die geistige Auslastung durch die Jagd und „Spielen“ mit anderen Hunden genauso gehört wie ein gelenkschonendes Training der tiefen Muskulatur („Stellmuskulatur der Gelenke“) [3] auch bei vereisten Böden.


Diese Möglichkeit steht uns mit dem Unterwasserlaufband zur Verfügung. Das Unterwasserlaufband stellt ein Krafttraining  in Verbindung mit Gelenkmobilisation unter Schonung des Bindegewebes dar.


Das Prinzip des Unterwassertrainings ist es, das Körpergewicht des Hundes mit Hilfe des Auftriebes durch das Wasser zu reduzieren, den natürlichen Bewegungsablauf des Hundes, das Laufen, zu fordern und gleichzeitig die Bewegung durch den Widerstand zu „führen“.


Das Bewegungsmuster des Laufens sollte gerade für den Hund aufgrund seiner umfangreichen Muskulatur in jeder Situation gefördert werden. Schnelle Richtungswechsel beim Spielen und Rennen (Kurven) stellen vor allem für gelenk- oder knochennahe Muskeln eine Herausforderung dar, die gerade in ihrer notwendigen „Kraft-Ausdauer“ ausgebildet werden sollten, um auch die  Verletzungsgefahr zu mindern.

Gerade auch aus diesen Gründen stellt Schwimmen für den Vierfüßer Hund pauschal keinen adäquaten Bewegungsablauf dar. Muskeln können generell an verschiedene Aufgaben adaptieren [17].

Ausdauertraining führt zu einer Zunahme von Typ I und zu einer Abnahme von Typ II Muskelfasern. Schnelligkeitstraining erhöht hingegen den Anteil der Typ II Fasern [16]. Das Verhältnis zwischen Typ I und Typ II Muskelfasern ist aber auch genetisch festgelegt [17]. Eine Größenzunahme der Typ II Fasern kann durch Krafttraining beobachtet werden, wobei jedoch die Größe der Typ I Fasern nicht durch Training beeinflusst werden kann [16]. Grundsätzlich spielen erbliche Reize wie auch Reize aus der Umwelt bei der Zusammensetzung der Muskelnfasern eine Rolle.

Grundlagen

Muskelaufbau

Der augenscheinliche Aufbau des Skelettmuskels, der die Kraft bei der Eigenbewegung des Tieres darstellt, besteht aus dem aktiven Teil (Muskelbauch) und dem passiven Teil (Sehnen).


Der Muskel an sich, der Muskelbauch wird von Muskelzellen (Gruppen von 50-100 Muskelzellen) gebildet, die durch bindegewebige Hüllen zu kleineren und größeren funktionellen Einheiten zusammengefasst werden. Diese wiederum werden gleichfalls zusammengefasst, wobei die umhüllende Schicht (Faszie) als Verschiebeschicht dient. Diese werden dann zu so genannten primären, sekundären und tertiären Faserbündeln (Faszikeln). Aus lockerem Bindegewebe bestehend, schließt das umhüllende Gewebe (mit bloßen Augen erkennbar) die versorgenden Strukturen wie Blut- und Lymphgefäße und auch Nerven ein.

Abbildung 1


 

 



Die Sehnen stellen die Verbindung zwischen Muskel und Knochen dar. Sie dienen als passive Zugvorrichtung, die die Kraft auf die knöchernen Skelettteile und die Faszien – „Muskelhäute“ - überträgt.

 

 

 

 


Hier verlassen wir nun den Bereich, der mit bloßem Auge erkennbar ist und gelangen in den nur noch mit dem Mikroskop erkennbaren Muskelfasern, Fibrillen und kontraktilen Elementen.

Um nicht zu tief in die Materie einzudringen, wird hier nur auf einige wenige Strukturen eingegangen. Die Muskelfaser besteht aus mehreren hundert Myofibrillen, die die funktionellen (kontraktilen) Eiweiße (Proteine: Aktin und Myosin) enthalten und so miteinander verzahnt sind, dass sie das charakteristische quergestreifte Muster bilden (siehe auch Abb. 1).

Muskelfasertypen in der Skelettmuskulatur des Hundes


Säugetiere weisen in ihrer Skelettmuskulatur die Fasertypen-I [6], IIA [19], -IIB [20]; [13]  und IIC [5] auf, wobei beim Hund die Typ-IIB Fasern [4] fehlen. Die Darstellung des charakteristischen Schachbrettmusters, kann mit Hilfe histochemischer Färbungen (ATPase Reaktionen) erfolgen. Durch das die Faser innervierende Motoneuron, wird der Fasertyp bestimmt. Das typische Schachbrettmusterbild der Skelettmuskulatur kommt dadurch zustande, dass die Muskelfasern einer motorischen Einheit nicht als Gruppe zusammen liegen, sondern mit Muskelfasern anderer motorischer Einheiten vermischt sind.


Tabelle 1

 

 


Vordergliedmaße



Beckengliedmaße

Muskelfasertyp

Oberarm


Unterarm


Typ I

Hoher Anteil (++); tiefe Strecker; gegen die Schwer-kraft arbeitend (z.B. Mm.triceps brachii, anconeus (100%), Caput mediale, Caput accessorium (90%))

Geringerer Anteil (+); deutlich weniger als 90% (z.B. Caput laterale, Caput longum)


50%; tiefe Muskeln; keine Wirkung gegen die Schwerkraft (z.B. M. flexor digitalis superficialis; 30% M. flexor digitalis profundus)


Sehr hoher Anteil (+++); deutlich höherer Anteil des Fasertyps I (100% M.quadriceps femoris)



Typ II

Es gibt keine

[3]


reinen Typ II


Muskeln




M.semitendinosus des Greyhounds hat einen deutlich höheren Typ II Anteil als andere Rassen



Die Verteilung der Fasertypen beim

  • Windhund (Greyhound, Galgo Espanol, Podenco; [1][2]

  • Deutscher Schäferhund, Mischlingen, Beagle und Jagdhunden [18] und [7][8][9][10] sowie [11] haben diesbezüglich widersprüchliche Befunde).



Typ I


Roter Muskeltyp, wenige Muskelfasern/Myofibrillen, vermehrt Muskelfarbstoff/Myoglobin im Muskelzellleib/Sarkoplasma eingelagert, viele Mitochondrien („Kraftwerke“ der Zellen) und Enzyme der Zellatmung vorhanden, Kontraktion langsam, kraftvoll und sehr ausdauernd


Typ II


Weißer Muskeltyp, überwiegend Muskelfasern/Myofilamente, wenig Myoglobin im Sarkoplasma gespeichert, nur vereinzelt Mitochondrien vorhanden, dadurch nur geringe Energiereserven vorhanden, die Kontraktionsfähigkeit ist erhöht, die Kontraktion schnell.


Typ II a


Ebenso wie die Typ I Fasern ermüdungsresistent.


Typ II b


Ermüden im Gegensatz zu den anderen Fasertypen sehr schnell.


Typ II x


Von seinen Merkmalen zwischen Typ II a und II b anzuordnen.


Abbildung 2


Die Energielieferung in der Skelettmuskulatur des Hundes


Die wichtigsten Brennstoffe für den Muskel sind Glucose, Fettsäuren und Ketonkörper. Muskeln besitzen im Gegensatz zum Gehirn einen beträchtlichen Glykogenvorrat (5000kJ). Tatsächlich sind ¾ des gesamten Glykogens in der Muskulatur gespeichert.

Der Glykogengehalt des Muskels kann nach einer Mahlzeit 1% betragen.

Dieses Glykogen wird zur Weiterverwertung innerhalb der Muskelzellen rasch zu Glucose-6-Phosphat abgebaut.

Der Muskel besitzt wie das Gehirn keine Glucose-6-Phosphatase und gibt daher keine Glucose an das Blut ab. Vielmehr hält der Muskel die Glucose, seinen bevorzugten Brennstoff für plötzliche Aktivität, zurück.

Im aktiv kontrahierenden Skelettmuskel ist die Geschwindigkeit der Glykolyse weit höher als die des Citratzyklus.

Ein Großteil des unter diesen Bedingungen gebildeten Pyruvats wird zu Lactat reduziert, das zur Leber transportiert und dort in Glucose umgewandelt wird.

Dieser Weg, der Cori-Zyklus, verlagert einen Teil des Stoffwechsellast vom Muskel in die Leber.

Zusätzlich entsteht im aktiven Muskel durch die Transaminierung von Pyruvat viel Alanin.


Die ATP-Menge in einem Muskel reicht nur aus, um die Kontraktionsfähigkeit für einen Sekundenbruchteil aufrechtzuerhalten. Der Wirbeltiermuskel enthält ein Reservoir energiereicher Phosphorylgruppen in Form des Creatinphosphates. Diese Verbindung hat einen höheren „Energiegehalt“ als ATP. So ist Creatinphosphat für einen Läufer in den ersten vier Sekunden eines 100m Sprints die Hauptquelle für energiereiches Phosphat. Im aktiven Muskel nimmt der ATP-Spiegel nur geringfügig ab, bis der größte Teil des Creatinphosphats verbraucht ist.

Kupava wartet schon

So jetzt sitzte ich hier

mein Name paßt ja auch und ich schwimm und tauche auch gerne...













Muskelfaserbilder

Auftrieb -  Physikalische Grundagen


Mit Auftrieb wird eine Kraft bezeichnet, die eine Flüssigkeit oder ein Gas auf einen Körper ausübt.


Diese physikalische Gesetzmäßigkeit wird im Unterwasserlaufband für eine Therapiemethode angewandt. So wird der Tierkörper durch unterschiedliche Eintauchtiefen vom Wasser getragen. (Abb. 4 – 1-3)

Gleichzeitig stellt das Wasser einen Widerstand dar, der darüber hinaus durch einen Druck von Außen das Lymphgefäßsystem massiert. Daneben werden die Bewegungen „geführt“, da diese der Form des Hundebeines gleichsam dem Luftwiderstand folgen. Das Wasser stellt sozusagen einen erhöhten Luftwiderstand dar, dem durch verlangsamte Bewegungen Rechnung getragen wird.



Abb. 4/1 30%             Abb. 4/2 50%           Abb. 4/3 Über 50%

Prozentangaben Prozent der Einsinktiefe im Wasser.

Methode


wird weiterhin die Wärme in der Muskulatur des Patienten gehalten, um so auch den Abtransport deBei den Unterwasserlaufbändern gibt es mehrere Hersteller, die Variationen eines ähnlichen Prinzips anbieten.

Das Unterwasserlaufband ist vordergründig für die Rehabilitation in erster Linie für Pferde und Hunde entwickelt worden. Katzen lassen sich aufgrund ihrer hydrophoben Neigung in der Regel nicht therapieren.

Gerade bei Sportverletzungen, aber auch bei Wirbelsäulenerkrankungen bis hin zum Bandscheibenvorfall, kann eine Hydrotherapie hilfreich sein.


Die Tiere gelangen auf das trockene Laufband, welches dann in das Wasser herabgelassen wird oder aus Becken geflutet wird.

Die hierbei entstehenden Geräusche können bei ängstlichen Tieren zur Verwirrung führen. Nach optimal eingestellter Wassertiefe wird das Laufband in Bewegung gesetzt und je nach Gesundheitsstatus und Trainingsplan eingestellt.


Bei dem Modell, welches wir in unserer Praxis verwenden, handelt es sich um ein Unterwasserlaufband der Firma Activomed ®. Dieses Unterwasserlaufband zeichnet sich unter anderem durch ein Umbau aus, auf welchem die Tiere selbständig eine Rampe bis auf das Laufband gehen. Sind sie oben angekommen, wird das Band in das Wasser hinuntergelassen bis in die Tiefe, die für den Patienten notwendig ist.


Das Wasser ist immer vorgeheizt. Die Wassertemperatur wird auf den Patienten und dessen Bedürfnissen eingestellt. Die Temperatur des Wassers wird in der Regel auf 28°C vorgewärmt, wobei diese Temperatur auch 32°C oder mehr betragen kann.


Die Wassertiefe wird anhand einiger Knochenpunkte am Hund ermittelt und nach Therapieansatz eingestellt.

Zu Beginn werden die Hunde mit einem geringen Tempo an das Laufen gegen den Wasserwiderstand gewöhnt. Haben sie sich daran gewöhnt, wird auch hier je nach Therapieansatz das Tempo langsam bis zu dem eigentlichen Lauftempo erhöht und eingestellt.

Zum Laufen werden die Tiere durch Spielsachen, Leckerli und vor allem Positive Unterstützung durch den Besitzer angespornt.

Nach der in den meisten Fällen 30 minütigen Therapie wird eine deutliche Ruhephase individuell für den Patienten durchgeführt, wobei der Hund auf dem Magnetfeld ruht, eine Tiefenmassage oder Akupunktur erhält. Auf jeden Fall wird weiterhin die Wärme in der Muskulatur des Patienten gehalten, um so auch den Abtransport deBei den Unterwasserlaufbändern gibt es mehrere Hersteller, die Variationen eines ähnlichen Prinzips anbieten. Schlackenstoffe aus der Muskulatur zu fördern.


Bilder fehlen noch einfügen


Filmchen!!!


Gesundheitsstatus

Der betreuende Tierarzt muss beim Unterwassertraining insbesondere auf die Herz-Kreislaufsituation achten, da durch den Wasserdruck und die Temperaturen im Wasser eine erhöhte Belastung besteht.

Läsionen der Haut werden durch eine geeignete Abdeckung (z.B. Zinksalbe) geschützt.


Prinzipiell kann ein Hund auch bei vorliegender Herzproblematik im Wasser therapiert werden. Hierbei ist jedoch eine Überprüfung des Blutdruckes durchzuführen. Eine Blutdruckmessung wie auch Testung der kapillären Füllungszeit1 (KFZ) gehört unbedingt dazu.


Bei Ausfällen von Nervenstrukturen, die eine Verminderung der Sensibilität oder Motorik nach sich ziehen, können vom Therapeuten beim Unterwasserlaufband von Aktivomed ® durch seinen Umbau gut unterstützt werden.


1 Die Zeit, die der Kreislauf benötigt die Schleimhäute nach „Entleerung“  wieder regelrecht zu durchbluten. Testung meist am Zahnfleischsaum nach Druck auf das Selbige.

Eigene Fälle


Cirmandeh und Sissy – Kreuzbandriss

 

 

 

 






Cirmandeh ist eine Afghanen-Dame, die zu dem Zeitpunkt ihres Unfalles sechs Jahre alt war. Die chirurgische Versorgung verlief ohne Komplikationen, wobei eine so genannte Kapselraffung durchgeführt wurde. Die Probleme traten eher post operationem auf, da die Körperwahrnehmung der Tiere durchaus eine andere sein kann als die, die wir durch unsere Ratio wahrnehmen. Auch die Angst vor Schmerzen kann eine deutliche Belastung für den Patienten darstellen.

Im Wasser konnte sich Cirmandeh mit Hilfe des Auftriebes und der Wärme entspannen. Sie akzeptierte, die ihr ungewohnte Umgebung wie auch den Bewegungsablauf, wobei sie mehr und mehr Freude gewann und ein gutes Kraftausdauertraining beginnen konnte. – Der Rest ist Geschichte. Sie ging wieder auf die Bahn, sah den „Hasen“ und siegte.

Sissy ist ein dreijähriges Bolonka zwetna Mädchen, welches eine wahre Odyssee der Schmerzen hinter sich hat bringen müssen. Leider kam sie erst sechs Monate nach der ersten Kreuzband Operation zu mir. Von Oberschenkelmuskulatur konnte man nicht mehr sprechen. Sie trug einen „Seidenfaden“ als Kreuzbandersatz im Knie, welcher jedoch nur weitere Probleme generierte. Dieser wurde dann bei einer zweiten Operation entfernt, 14 Tage danach konnte ich die Besitzerin überzeugen, Sissy trainieren zulassen, obwohl der Operateur noch davon abriet und eine dritte Operation andeutete. Vom Chirurgen schon bekam Sissy Muskelaufbauende Medikamente und bei der zweiten Nachkontrolle – die Fäden wurden nach 14 Tage gezogen – war der Chirurg über den sehr guten Heilungsverlauf überrascht.

Sissy ist noch in der aktuellen Therapie und wird wahrscheinlich zeitlebens wegen der auftretenden Arthrosen eine Physiotherapiepatientin bleiben. Schmerzfrei ohne Schmerzmittel solange es geht ist hier das Ziel.

Cooper – Femurkopfresektionen wegen schwerster Hüftdysplasie

Die Hüftdysplasie (HD) ist eine vererbte Erkrankung der Beckenknochenausbildung, wobei es zu keiner ausreichenden Gelenkpfanne für den Oberschenkelkopf kommt.

Bei sehr schweren Fällen „rutscht“ der Femurkopf in der mangelhaft ausgebildeten Pfanne nur „hin und her“ und verursacht bereits dadurch Schmerzen. Zudem liegt eine Instabilität der Beckengliedmaße vor, die der Körper solange nicht durch Muskulatur ausgleichen kann, wie er eben wegen erheblicher Schmerzen die Beine schont oder nicht belastet.

Bei Cooper war die HD beidseits so schwerwiegend, dass er sich eher wie eine Robbe nur mit den Schultergliedmaßen vorwärts bewegte und die Beckengliedmaßen hinter sich herzog. Ein Aufstehen war nahezu unmöglich. Der Chirurg sah keine andere Möglichkeit, als beide Femurköpfe zu resizieren („wir haben keine andere Möglichkeit und dann schauen wir mal, was passiert“). Da die Besitzerin medizinisch geschult ist, war für sie der Gang zum Physiotherapeuten selbstverständlich.


So bauten wir physisch und psychisch Cooper im Wasser und auf der Wiese mit meinem eigenen jungen Barsoi auf. Jeder Umweltreiz war uns willkommen. Die Kraft kam aus dem Wasser die Übung an Land.

Cooper ist jetzt ein kräftiger, gut gebauter 3-jähriger Rüde, der nun mehr nur noch ein- bis zweimal im Monat zum „Wassertreten“ kommen muss und keiner Schmerzmedikation bedarf. – Vielleicht viel später mal wieder. (Cooper wurde nach Jahren, als das UWL

nicht mehr ausreichend Schmerzlinderung verschaffen konnte, noch mit Golddrahtimplantation behandelt – ohne Schmerzen zu haben natürlich.)


Die Femurkopfnekrose ist eine noch nicht restlos geklärte Erkrankung der Blutgefäßausbildung und –versorgung des Femurkopfes bei zumeist Jack-Russel/Parson-Terrier-Familien.


Francis ist so ein typischer Fall ohne, dass die Züchterin es vorhersehen konnte. Zum Glück wurde es schnell vom betreuenden Tierarzt erkannt und operiert. Francis war von da an aber der Meinung nur noch 3 Pfoten zu haben. Nach ungefähr einem viertel Jahr nach der Operation kam Francis ins Wasser.


Sie lernte ihre zweite Beckengliedmaße zwar schnell wieder kennen, größtenteils ist es aber noch immer ein Wettlauf mit der Schwerkraft, dass ihre Wirbelsäule keinen Schaden davon trägt. Die Muskulatur braucht bei den Mädchen eben auch etwas länger, um zu „wachsen“.


Francis wegen einer Femurkopfnekrose

Dino, Justus und Freddy – Bandscheibenoperation


Der Bandscheibenvorfall der drei Patienten war gleichfalls klassisch. Erstens Dino ein stark übergewichtiger Dackel. Zweitens Justus ein sehr großer, „zu aktiver Dackel“. Und Drittens Freddy ein Cavalier King Charles Spaniel  auch mit „leichtem“ Übergewicht.



Dies sind nicht so sehr die Risikofaktoren des Windhundes. Jedoch auch hier sind Bandscheibenvorfälle leider keine Seltenheit. Leider jedoch viel eher im Bereich der Halswirbelsäule, was wahrscheinlich mit der deutlichen Schwerpunktverlagerung auf die Schultergliedmaßen zurückzuführen ist und gerade deshalb hier ein Brustgeschirr statt Halsband von deutlichem Nutzen ist. Daneben werden noch genetische Veränderungen des Bandapparates diskutiert (z.B. das so genannte Whobbler-Syndrom).


Für das Training im Unterwasserlaufband spielt nur die Kenntnis um diese Tatsache eine Rolle.


Viggo und Moritz – geriatrische Patienten

Moritz ist zwar noch kein wirklich alter Dackel mit neun Jahren, aber einige andere Grunderkrankungen haben viele Lebensjahre gekostet.

Hier im „Jungbrunnen“ kann er aber endlich wieder wie eine Feder schweben und wie ein junger Dackel traben, was er auch tatsächlich wieder macht und auch an Land kaum zu bremsen ist.


Viggo ist tatsächlich schon ein gesetzter Herr und die Arthrosen machen ihm zu schaffen. Aber mit der Lymphdrainage und Tiefenmassage des Gewebes durch den Wasserdruck gewinnt auch der Grand Seniore noch mal einige Lebensjahre zurück. Eine anschließende Akupunktur und Magnetfeldtherapie rundet sein „Wellness-Programm“ ab.


Und – der Muskel wächst in der Ruhe, nicht in der Belastung …












So jetzt sind wir also in Jena an der Friedrich-Schiller-Universitätt bei Professor Dr. Martin S. Fischer und seinem Team-- Institut für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie mit Phyletischem Museum - total spannend, ich war schon bei seinem Vortrag dabei...





Besuch in Jena - Kupava hat etwas zu erzählen...