Dr. Karen Eigenbrod

Ganzheitliche Tiermedizin
Physikalische und regulative Tiermedizin

Unterwasserlaufband für Hunde


Einleitung


Dem Wesen nach gehört das Laufbandtraining Unterwasser zur physikalischen und rehabilitativen Medizin. Es gewährt einen gelenkschonenden Muskelaufbau unter Ausnutzung der optimalen nervalen Verbindungen zwischen dem zentralen (ZNS: Gehirn und Rückenmark) und peripherem Nervensystem (Zum Beispiel motorische Nerven). Durch Ausnutzung der vollständigen Motorik und gleichzeitiger Entlastung der Gelenkflächen durch Reduktion des Körpergewichtes sowie Lymphdrainage durch den umgebenen Wasserdruck kann eine hinreichend ausreichende Stärkung der Muskeln erfolgen. Es ist damit die einzige Möglichkeit den Hund gezielt aufzubauen und zu trainieren.


Ein weiterer Vorteil der Hydrotherapie ist es, dass auch bei bestehenden Läsionen innerhalb des Bandapparates, der Gelenke, der Extremitäten wie auch der Wirbelsäule die Bewegungen durch den Wasserwiderstand geführt werden sowie eine tiefe Erwärmung der Skelettmuskulatur erfolgt und damit auch vielerlei Folgeerkrankungen verhindert werden können. Es kommt hierbei darüber hinaus zu einem Krafttraining der Muskulatur, welches hervorragend einstellbar ist und durch die vormals genannte Wärme gleichfalls den Abtransport der Muskelabbaustoffe befördert. So ist das Unterwasserlaufband in seiner Gesamtheit als ein Bestandteil der ganzheitlichen Tiermedizin zu betrachten, da es gilt die Ursachen von Leiden und Erkrankungen zu erkennen und kausale Therapien zu entwickeln. Die Wiederherstellung der Funktion und gleichzeitige direkte und/oder indirekte Einflussnahme auf Schmerzgeschehen werden somit durch Einsatz von Physiotherapie, Neuraltherapie, Akupunktur und Homöopathie geboten, wobei wie bereits erwähnt die Hydrotherapie ein zentrales Thema darstellt. Hierbei werden also alle Anteile des Skelettsystems unterstützt und gefördert.

 

 

Abbildung 1 – eigener Hund auf Zugangsrampe des Unterwasserlaufbandes

 

 

 

 

"Seeröschen" vor dem Training

 

 

 

 



Lauftraining für Hunde


Hunde sind Läufer, die je nach Nutzung durch den Menschen eine spezielle Ausprägung ihrer Fähigkeiten durch Zucht auch genetisch verfestigt, erworben haben. Der Windhund ist ein Paradigma für einen eigenständigen Sichtjäger, der sich durch hohe Geschwindigkeiten auszeichnet, die für andere Hunderassen aus diesem Grunde in die Rassen eingekreuzt wurden. Die genetische Selektion auf diese Fähigkeiten führte zu Hunden, die sehr selbstständig durch wiederholte schnelle Attacken Wild zum Niederbruch treiben. Diese Eigenschaften haben ihre genetische Determination/Korrelation in einer (für Hunde) ungewöhnlichen Skelettmuskulatur dergestalt, dass hier eine zum Teil 100%ige Ausbildung der Skelettmuskulatur des Fasertypus II vorliegt [11]. Dieser Fasertyp liegt im Besonderen bei der knochen-/gelenkfernen Muskulatur vor, wohingegen die knochen-/gelenknahe Muskulatur vom Fasertyp I ist. [3] Andere Rassen erfordern wegen anderer Ansprüche Fähigkeiten wie Kraft und/oder Ausdauer oder auch beides (Hütehunde, Schlitten- oder Zughunde; z.B. Schäferhunde, Huskys oder Sennenhunde usw.)


Die Skelettmuskeln enthalten somit eine Mischung der verschiedenen Muskelfasern [14] [15] [22]. Der vorherrschende Muskeltyp ist abhängig von der Hunderasse [21]. All diese Besonderheiten sollte bei der Haltung der Hunde auch Rechnung getragen werden. Wozu die geistige Auslastung durch die Jagd und „Spielen“ mit anderen Hunden genauso gehört wie ein gelenkschonendes Training der tiefen Muskulatur („Stellmuskulatur der Gelenke“) [3] auch bei vereisten Böden. Diese Möglichkeit steht uns mit dem Unterwasserlaufband zur Verfügung. Das Unterwasserlaufband stellt ein Krafttraining  in Verbindung mit Gelenkmobilisation unter Schonung des Bindegewebes dar. Das Prinzip des Unterwassertrainings ist es, das Körpergewicht des Hundes mit Hilfe des Auftriebes durch das Wasser zu reduzieren, den natürlichen Bewegungsablauf des Hundes, das Laufen, zu fordern und gleichzeitig die Bewegung durch den Widerstand zu „führen“.

Das Bewegungsmuster des Laufens sollte gerade für den Hund aufgrund seiner umfangreichen Muskulatur in jeder Situation gefördert werden. Schnelle Richtungswechsel beim Spielen und Rennen (Kurven) stellen vor allem für gelenk- oder knochennahe Muskeln eine Herausforderung dar, die gerade in ihrer notwendigen „Kraft-Ausdauer“ ausgebildet werden sollten, um auch Verletzungsgefahren zu mindern.

Abbildung 2 – Hund beim „Jagdtraining“ (Coursing)


Gerade auch aus diesen Gründen stellt Schwimmen für den Vierfüßer Hund pauschal keinen adäquaten Bewegungsablauf dar. Muskeln können generell an verschiedene Aufgaben adaptieren [17]. Ausdauertraining führt zu einer Zunahme von Typ I und zu einer Abnahme von Typ II Muskelfasern. Schnelligkeitstraining erhöht hingegen den Anteil der Typ II Fasern [16]. Das Verhältnis zwischen Typ I und Typ II Muskelfasern ist aber auch genetisch festgelegt [17]. Eine Größenzunahme der Typ II Fasern kann durch Krafttraining beobachtet werden, wobei jedoch die Größe der Typ I Fasern nicht durch Training beeinflusst werden kann [16]. Grundsätzlich spielen erbliche Reize wie auch Reize aus der Umwelt bei der Zusammensetzung der Muskelnfasern eine Rolle.


Grundlagen der Muskulatur


Muskelaufbau und Muskelfasertypen des Hundes

Der augenscheinliche Aufbau des Skelettmuskels, der die Kraft bei der Eigenbewegung des Tieres darstellt, besteht aus dem aktiven Teil (Muskelbauch) und dem passiven Teil (Sehnen).


Der Muskel an sich, der Muskelbauch wird von Muskelzellen (Gruppen von 50-100 Muskelzellen) gebildet, die durch bindegewebige Hüllen zu kleineren und größeren funktionellen Einheiten zusammengefasst werden. Aus lockerem Bindegewebe bestehend, schließt das umhüllende Gewebe (mit bloßen Augen erkennbar) die versorgenden Strukturen wie Blut- und Lymphgefäße und auch Nerven ein.

     

Abbildung 3 - Quelle Wikipedia

 

 




Sehnen stellen die Verbindung zwischen Muskel und Knochen dar. Sie dienen als passive Zugvorrichtung, die die Kraft auf die knöchernen Skelettteile und die Faszieni – „Muskelhäute“ - übertragen. Die Sehnen stellen die Verbindung zwischen Muskel und Knochen dar. Sie dienen als passive Zugvorrichtung, die die Kraft auf die knöchernen Skelettteile und die Faszien – „Muskelhäute“ - überträgt.



Abbildung 4 - Querschnitt durch eine Sehnenscheide - Quelle Wikipedia

 

   

 


1 Stratum fibrosum
2 Mesotendinum
3 äußeres Blatt des Stratum
   synoviale
4 Gleitraum mit Synovia
5 inneres Blatt des Stratum
   synoviale
6 Sehne





Hier verlassen wir nun den Bereich, der mit bloßem Auge erkennbar ist und gelangen in den nur noch mit dem Mikroskop erkennbaren Muskelfasern, Fibrillen und kontraktilen Elementen. Die Muskelfaser besteht aus mehreren hundert Myofibrillenii, die die funktionellen (kontraktilen) Eiweiße (Proteine: Aktin und Myosin) enthalten und so miteinander verzahnt sind, dass sie das charakteristische quergestreifte Muster, das Schachbrettmuster (siehe auch Abb. 1 und Abb.3) bilden. Anhand der Muskelfasern erfolgt dann eine Charakterisierung der Skelettmuskulaturfasertypen.

Abbildung 5 – kontraktile Eiweiße - Quelle Wikipedia




Säugetiere weisen in ihrer Skelettmuskulatur die Fasertypen-I [6], IIA [19], -IIB [20]; [13]  und IIC [5] auf, wobei beim Hund die Typ-IIB Fasern [4] fehlen. Die Darstellung des charakteristischen Schachbrettmusters, kann mit Hilfe histochemischer Färbungen (ATPase Reaktionen) erfolgen. Durch das die Faser innervierende Motoneuroniii, wird der Fasertypiv bestimmt. Das typische Schachbrettmusterbild der Skelettmuskulatur kommt dadurch zustande, dass die Muskelfasern einer motorischen Einheit nicht als Gruppe zusammen liegen, sondern mit Muskelfasern anderer motorischer Einheiten vermischt sind.


Tabelle 1 – Fasertypenverteilung der Gliedmaßen

 

 


Vordergliedmaße



Beckengliedmaße

Muskelfasertyp

Oberarm


Unterarm


Typ I

Hoher Anteil (++); tiefe Strecker; gegen die Schwer-kraft arbeitend (z.B. Mm.triceps brachii, anconeus (100%), Caput mediale, Caput accessorium (90%))

Geringerer Anteil (+); deutlich weniger als 90% (z.B. Caput laterale, Caput longum)


50%; tiefe Muskeln; keine Wirkung gegen die Schwerkraft (z.B. M. flexor digitalis superficialis; 30% M. flexor digitalis profundus)


Sehr hoher Anteil (+++); deutlich höherer Anteil des Fasertyps I (100% M.quadriceps femoris)



Typ II

Es gibt keine

[3]


reinen Typ II


Muskeln




M.semitendinosus des Greyhounds hat einen deutlich höheren Typ II Anteil als andere Rassen



Die Verteilung der Fasertypen beim

  • Windhund (Greyhound, Galgo Espanol, Podenco; [1][2]

  • Deutscher Schäferhund, Mischlingen, Beagle und Jagdhunden [18] und [7][8][9][10] sowie [11] haben diesbezüglich widersprüchliche Befunde).



Typ I

Roter Muskeltyp, wenige Muskelfasern/Myofibrillen, vermehrt Muskelfarbstoff/Myoglobin im Muskelzellleib/Sarkoplasma eingelagert, viele Mitochondrien („Kraftwerke“ der Zellen) und Enzyme der Zellatmung vorhanden, Kontraktion langsam, kraftvoll und sehr ausdauernd


Typ II

Weißer Muskeltyp, überwiegend Muskelfasern/Myofilamente, wenig Myoglobin im Sarkoplasma gespeichert, nur vereinzelt Mitochondrien vorhanden, dadurch nur geringe Energiereserven vorhanden, die Kontraktionsfähigkeit ist erhöht, die Kontraktion schnell.


Typ II a

Ebenso wie die Typ I Fasern ermüdungsresistent.


Typ II b

Ermüden im Gegensatz zu den anderen Fasertypen sehr schnell.


Typ II x

Von seinen Merkmalen zwischen Typ II a und II b anzuordnen.


Abbildung 6 – spielende Hunde

   

Die Energielieferung der Skelettmuskulatur

Die wichtigsten Brennstoffe für den Muskel sind Glucose, Fettsäuren und Ketonkörper. Muskeln besitzen im Gegensatz zum Gehirn einen beträchtlichen Glykogenvorrat (5000kJ). Tatsächlich sind ¾ des gesamten Glykogens in der Muskulatur gespeichert.

Der Glykogengehalt des Muskels kann nach einer Mahlzeit 1% betragen.

Die ATP-Menge in einem Muskel reicht nur aus, um die Kontraktionsfähigkeit für einen Sekundenbruchteil aufrechtzuerhalten. Der Wirbeltiermuskel enthält ein Reservoir energiereicher Phosphorylgruppen in Form des Creatinphosphates. Diese Verbindung hat einen höheren „Energiegehalt“ als ATP. So ist Creatinphosphat für einen Läufer in den ersten vier Sekunden eines 100m Sprints die Hauptquelle für energiereiches Phosphat. Im aktiven Muskel nimmt der ATP-Spiegel nur geringfügig ab, bis der größte Teil des Creatinphosphats verbraucht ist.


Abbildung 7 – spielende Hunde

Methodik

Mit Auftrieb wird eine Kraft bezeichnet, die eine Flüssigkeit oder ein Gas auf einen Körper ausübt. Diese physikalische Gesetzmäßigkeit wird im Unterwasserlaufband  als Therapiemethode angewandt. So wird der Tierkörper durch unterschiedliche Eintauchtiefen vom Wasser getragen. (Abb. 4 – 1-3). Gleichzeitig stellt das Wasser einen Widerstand dar, der darüber hinaus durch einen Druck von Außen das Lymphgefäßsystem massiert. Daneben werden die Bewegungen „geführt“, da diese der Form des Hundebeines gleichsam dem Luftwiderstand folgen. Das Wasser stellt sozusagen einen erhöhten Luftwiderstand dar, dem durch verlangsamte Bewegungen Rechnung getragen wird.


Abbildung 8 – trainierender Hund nach Op

Abbildung 9 - Prozentangabe Prozent der Einsinktiefe im Wasser.

Abb. 4/1 30%             Abb. 4/2 50%           Abb. 4/3 Über 50%


Bei den Unterwasserlaufbändern wiederum gibt es mehrere Hersteller, die Variationen eines ähnlichen Prinzips anbieten. Das Unterwasserlaufband ist vordergründig für die Rehabilitation in erster Linie für Pferde und Hunde entwickelt worden. Katzen lassen sich aufgrund ihrer hydrophoben Neigung in der Regel nicht therapieren. Gerade bei Sportverletzungen, aber auch bei Wirbelsäulenerkrankungen bis hin zum Bandscheibenvorfall, kann eine Hydrotherapie hilfreich sein. Die Tiere gelangen auf das trockene Laufband, welches dann in das Wasser herabgelassen wird oder aber das Becken wird geflutet. Die hierbei entstehenden Geräusche können bei ängstlichen Tieren zur Verwirrung führen. Nach optimal eingestellter Wassertiefe wird das Laufband in Bewegung gesetzt und je nach Gesundheitsstatus und Trainingsplan eingestellt.


Bei dem Modell, welches ich in meiner Praxis verwende, handelt es sich um ein Unterwasserlaufband der Firma Activomed®. Dieses Unterwasserlaufband zeichnet sich unter anderem durch ein Umbau aus, auf welchem die Tiere selbständig eine Rampe bis auf das Laufband gehen. Sind sie oben angekommen, wird das Band in das Wasser hinuntergelassen bis in die Tiefe, die für den Patienten notwendig ist. Das Wasser ist immer vorgeheizt. Die Wassertemperatur wird auf den Patienten und dessen Bedürfnissen eingestellt. Die Temperatur des Wassers wird in der Regel auf 28°C vorgewärmt, wobei diese Temperatur auch 32°C oder mehr betragen kann.


Die Wassertiefe wird anhand einiger Knochenpunkte am Hund ermittelt und nach Therapieansatz eingestellt. Zu Beginn werden die Hunde mit einem geringen Tempo an das Laufen gegen den Wasserwiderstand gewöhnt. Haben sie sich daran gewöhnt, wird auch hier je nach Therapieansatz das Tempo langsam bis zu dem eigentlichen Lauftempo erhöht und eingestellt. Zum Laufen werden die Tiere durch Spielsachen, Leckerli und vor allem positive Unterstützung durch den Besitzer angespornt. Nach der in den meisten Fällen 30 minütigen Therapie wird eine deutliche Ruhephase individuell für den Patienten durchgeführt, wobei der Hund auf dem Magnetfeld ruht, eine Tiefenmassage oder Akupunktur erhält. Auf jeden Fall wird weiterhin die Wärme in der Muskulatur des Patienten gehalten, um so auch den Abtransport der Schlackenstoffe aus der Muskulatur zu fördern.


Gesundheitsstatus

Der betreuende Tierarzt muss beim Unterwassertraining insbesondere auf die Herz-Kreislaufsituation achten, da durch den Wasserdruck und die Temperaturen im Wasser eine erhöhte Belastung besteht. Läsionen der Haut werden durch eine geeignete Abdeckung (z.B. Zinksalbe) geschützt.

Prinzipiell kann ein Hund auch bei vorliegender Herzproblematik im Wasser therapiert werden. Hierbei ist jedoch eine Überprüfung des Blutdruckes durchzuführen. Eine Blutdruckmessung wie auch Testung der kapillären Füllungszeit1 (KFZ) ist unbedingt notwendig. Bei Ausfällen von Nervenstrukturen, die eine Verminderung der Sensibilität oder Motorik nach sich ziehen, können diese durch den Therapeuten beim Unterwasserlaufband von Aktivomed® durch seinen Umbau gut ausgeglichen werden.




Abbildung 10 – trainierter Hund auf einer Sandbahn



Eigene Fälle


Cirmandeh und Sissy – Kreuzbandriss



Abbildung 11 - Cirmandeh




Cirmandeh ist eine Afghanen-Dame, die zu dem Zeitpunkt ihres Unfalles sechs Jahre alt war. Die chirurgische Versorgung verlief ohne Komplikationen, wobei eine so genannte Kapselraffung durchgeführt wurde. Die Probleme traten eher post operationem auf, da die Körperwahrnehmung der Tiere durchaus eine andere sein kann als die, die wir durch unsere Ratio wahrnehmen. Auch die Angst vor Schmerzen kann eine deutliche Belastung für den Patienten darstellen.

Im Wasser konnte sich Cirmandeh mit Hilfe des Auftriebes und der Wärme entspannen. Sie akzeptierte, die ihr ungewohnte Umgebung wie auch den Bewegungsablauf, wobei sie mehr und mehr Freude gewann und ein gutes Kraftausdauertraining beginnen konnte. – Der Rest ist Geschichte. Sie ging wieder auf die Bahn, sah den „Hasen“ und siegte.


Sissy ist ein dreijähriges Bolonka zwetna Mädchen, welches eine wahre Odyssee der Schmerzen hinter sich hat bringen müssen. Leider kam sie erst sechs Monate nach der ersten Kreuzband Operation zu mir. Von Oberschenkelmuskulatur konnte man nicht mehr sprechen. Sie trug einen „Seidenfaden“ als Kreuzbandersatz im Knie, welcher jedoch nur weitere Probleme generierte. Dieser wurde dann bei einer zweiten Operation entfernt, 14 Tage danach konnte ich die Besitzerin überzeugen, Sissy trainieren zulassen, obwohl der Operateur noch davon abriet und eine dritte Operation andeutete. Vom Chirurgen schon bekam Sissy muskelaufbauende Medikamente und bei der zweiten Nachkontrolle – die Fäden wurden nach 14 Tage gezogen – war der Chirurg über den sehr guten Heilungsverlauf überrascht. Sissy ist noch in der aktuellen Therapie und wird wahrscheinlich zeitlebens wegen der auftretenden Arthrosen eine Physiotherapiepatientin bleiben. Schmerzfrei ohne Schmerzmittel, solange es geht, ist hier das Ziel.


Abbildung 12 - Sissy



Cooper – Femurkopfresektionen wegen schwerster Hüftdysplasie


Abbildung 13 - Cooper


Die Hüftdysplasie (HD) ist eine vererbte Erkrankung der Beckenknochenausbildung, wobei es zu keiner ausreichenden Gelenkpfanne für den Oberschenkelkopf kommt.

Bei sehr schweren Fällen „rutscht“ der Femurkopf in der mangelhaft ausgebildeten Pfanne nur „hin und her“ und verursacht bereits dadurch Schmerzen. Zudem liegt eine Instabilität der Beckengliedmaße vor, die der Körper solange nicht durch Muskulatur ausgleichen kann, wie er eben wegen erheblicher Schmerzen die Beine schont oder nicht belastet.


Bei Cooper war die HD beidseits so schwerwiegend, dass er sich eher wie eine Robbe nur mit den Schultergliedmaßen vorwärts bewegte und die Beckengliedmaßen hinter sich herzog. Ein Aufstehen war nahezu unmöglich. Der Chirurg sah keine andere Möglichkeit, als beide Femurköpfe zu resizieren („wir haben keine andere Möglichkeit und dann schauen wir mal, was passiert“). Da die Besitzerin medizinisch geschult ist, war für sie der Gang zum Physiotherapeuten selbstverständlich.


So bauten wir Cooper physisch und psychisch im Wasser und auf der Wiese mit meinem eigenen jungen Barsoi auf. Jeder Umweltreiz war uns willkommen. Die Kraft kam aus dem Wasser, die Übung an Land.

Cooper ist jetzt ein kräftiger, gut gebauter 3-jähriger Rüde, der nun mehr nur noch ein- bis zweimal im Monat zum „Wassertreten“ kommen muss und keiner Schmerzmedikation bedarf. – Vielleicht viel später mal wieder.


Die Femurkopfnekrose ist eine noch nicht restlos geklärte Erkrankung der Blutgefäßausbildung und –versorgung des Femurkopfes bei zumeist Jack-Russel/Parson-Terrier-Familien.


Francis ist so ein typischer Fall ohne, dass die Züchterin es vorhersehen konnte. Zum Glück wurde es schnell vom betreuenden Tierarzt erkannt und operiert. Francis war von da an aber der Meinung nur noch 3 Pfoten zu haben. Ungefähr ein viertel Jahr nach der Operation kam Francis ins Wasser. Sie lernte ihre zweite Beckengliedmaße zwar schnell wieder kennen, größtenteils ist es aber noch immer ein Wettlauf mit der Schwerkraft, dass ihre Wirbelsäule keinen Schaden davon trägt. Die Muskulatur braucht bei den Mädchen eben auch etwas länger, um zu „wachsen“.




Abbildung 14 - Francis wegen einer Femurkopfnekrose



Dino, Justus und Freddy – Bandscheibenoperation


Der Bandscheibenvorfall der drei Patienten war gleichfalls klassisch. Erstens Dino ein stark übergewichtiger Dackel. Zweitens Justus ein sehr großer, „zu aktiver Dackel“. Und drittens Freddy ein Cavalier King Charles Spaniel auch mit „leichtem“ Übergewicht.

Dies sind nicht so sehr die Risikofaktoren des Windhundes. Jedoch auch hier sind Bandscheibenvorfälle leider keine Seltenheit. Leider jedoch viel eher im Bereich der Halswirbelsäule, was wahrscheinlich mit der deutlichen Schwerpunktverlagerung auf die Schultergliedmaßen zurückzuführen ist und gerade deshalb hier ein Brustgeschirr statt Halsband von deutlichem Nutzen ist. Daneben werden noch genetische Veränderungen des Bandapparates diskutiert (z.B. das so genannte Wobbler-Syndromv). Für das Training im Unterwasserlaufband spielt nur die Kenntnis um diese Tatsache eine Rolle.


Abbildung 15 - Justus



Viggo und Moritz – geriatrische Patienten


Abbildung 16 - Moritz




Moritz ist zwar noch kein wirklich alter Dackel mit neun Jahren, aber einige andere Grunderkrankungen haben viele Lebensjahre gekostet. Hier im „Jungbrunnen“ kann er aber endlich wieder wie eine Feder schweben und wie ein junger Dackel traben, was er auch tatsächlich wieder macht und auch an Land kaum zu bremsen ist.



Viggo ist tatsächlich schon ein gesetzter Herr und die Arthrosen machen ihm zu schaffen. Aber mit der Lymphdrainage und Tiefenmassage des Gewebes durch den Wasserdruck gewinnt auch der „Grand Seniore“ noch mal einige Lebensjahre zurück. Eine anschließende Akupunktur und Magnetfeldtherapie rundet sein „Wellness-Programm“ ab.


Abbildung 17 - Viggo




Und – der Muskel wächst in der Ruhe, nicht in der Belastung …

  

1 Die Zeit, die der Kreislauf benötigt die Schleimhäute nach „Entleerung“  wieder regelrecht zu durchbluten. Testung meist am Zahnfleischsaum nach Druck auf das Selbige.

i Faszie

stellt mit den untergeordneten Bindegewebssepten die Verbindung zu Sehnen, Periost/Knochenhaut und Aponeurosen/Sehnenplatten her, [12]


ii Aufbau der Myofibrillen/Muskelfasern

Die Filamente/Fasern sind so angeordnet, dass dickere Myosinfilamente nebeneinander liegend insgesamt die so genannte A-Bande der Myofibrille ergeben. In der so genannte I-Bande liegen die dünneren Aktinfilamente, die zwischen die Myosinfilamete ragen jedoch nicht die gegenüberliegenden Aktinfilamente erreichen. So bleibt innerhalb der A-Bande ein helleres Areal (H-Zone, Hensens Zone) erhalten, in der sich die verdickten Anfangsteile (M-Linie, Mittelscheibe) der Myosinfilamente befinden. In der Mitte der I-Bande ist die Z-Linie oder Zwischenscheibe lokalisiert, an der die Aktinfilamente befestigt sind [15]. Als Sarkomer wird der Bereich bezeichnet, der zwischen zwei angrenzenden I-Banden liegt und mehrere wiederkehrende Sarkomere werden als Myofibrille bezeichnet, die durch den intermyofibrillären Raum getrennt sind [7].

Eine Muskelfibrille (synonym Myofibrille), ist in den Muskelzellen (synonym Muskelfasern) eine Funktionseinheit auf der Ebene eines Zellorganells, die der Zelle eine aktive Verkürzung (Kontraktion) ermöglicht.


iii Motoneuron

motorisches Neuron, die efferenten/absteigende Nervenbahnen (im Gegensatz zu affent/aufsteigend)


  

iv Skelettmuskulatur – Fasertypen

Einteilung der Muskelfasern in Typ I, Typ IIa, Typ II b und Typ II x oder SO – slow twitch-oxidative – OG – fast-twitch-oxidative-glycolytic – FG – fast-twitch-glycolytic


Fasertyp I

Ausdauer“ Muskelzellen, die vor allem mit vollständiger Oxidation und damit aerob arbeiten


Fasertypus II

kraftvolle“ Muskelzellen, die vor allem ohne vollständige Oxidation arbeiten


  

v Wobbler-Syndrom, auch  Zervikale MalformationZervikale SpondylopathieZervikale SpondylomyelopathieSpinale Ataxie;

ist ein Symptomkomplex, der durch Nervenschädigungen im Bereich des Rückenmarks bzw. der Rückenmarksnerven im Bereich der Halswirbelsäule hervorgerufen wird (spinale Ataxie).

  

Einleitung


Dem Wesen nach gehört das Laufbandtraining Unterwasser zur physikalischen und rehabilitativen Medizin. Es gewährt einen gelenkschonenden Muskelaufbau unter Ausnutzung der optimalen nervalen Verbindungen zwischen dem zentralen (ZNS: Gehirn und Rückenmark) und peripherem Nervensystem (Zum Beispiel motorische Nerven). Durch Ausnutzung der vollständigen Motorik und gleichzeitiger Entlastung der Gelenkflächen durch Reduktion des Körpergewichtes sowie Lymphdrainage durch den umgebenen Wasserdruck kann eine hinreichend ausreichende Stärkung der Muskeln erfolgen. Es ist damit die einzige Möglichkeit den Hund gezielt aufzubauen und zu trainieren.


Ein weiterer Vorteil der Hydrotherapie ist es, dass auch bei bestehenden Läsionen innerhalb des Bandapparates, der Gelenke, der Extremitäten wie auch der Wirbelsäule die Bewegungen durch den Wasserwiderstand geführt werden sowie eine tiefe Erwärmung der Skelettmuskulatur erfolgt und damit auch vielerlei Folgeerkrankungen verhindert werden können. Es kommt hierbei darüber hinaus zu einem Krafttraining der Muskulatur, welches hervorragend einstellbar ist und durch die vormals genannte Wärme gleichfalls den Abtransport der Muskelabbaustoffe befördert. So ist das Unterwasserlaufband in seiner Gesamtheit als ein Bestandteil der ganzheitlichen Tiermedizin zu betrachten, da es gilt die Ursachen von Leiden und Erkrankungen zu erkennen und kausale Therapien zu entwickeln. Die Wiederherstellung der Funktion und gleichzeitige direkte und/oder indirekte Einflussnahme auf Schmerzgeschehen werden somit durch Einsatz von Physiotherapie, Neuraltherapie, Akupunktur und Homöopathie geboten, wobei wie bereits erwähnt die Hydrotherapie ein zentrales Thema darstellt. Hierbei werden also alle Anteile des Skelettsystems unterstützt und gefördert.

Abbildung 1 – eigener Hund auf Zugangsrampe des Unterwasserlaufbandes

Lauftraining für Hunde


Hunde sind Läufer, die je nach Nutzung durch den Menschen eine spezielle Ausprägung ihrer Fähigkeiten durch Zucht auch genetisch verfestigt, erworben haben. Der Windhund ist ein Paradigma für einen eigenständigen Sichtjäger, der sich durch hohe Geschwindigkeiten auszeichnet, die für andere Hunderassen aus diesem Grunde in die Rassen eingekreuzt wurden. Die genetische Selektion auf diese Fähigkeiten führte zu Hunden, die sehr selbstständig durch wiederholte schnelle Attacken Wild zum Niederbruch treiben. Diese Eigenschaften haben ihre genetische Determination/Korrelation in einer (für Hunde) ungewöhnlichen Skelettmuskulatur dergestalt, dass hier eine zum Teil 100%ige Ausbildung der Skelettmuskulatur des Fasertypus II vorliegt [11]. Dieser Fasertyp liegt im Besonderen bei der knochen-/gelenkfernen Muskulatur vor, wohingegen die knochen-/gelenknahe Muskulatur vom Fasertyp I ist. [3] Andere Rassen erfordern wegen anderer Ansprüche Fähigkeiten wie Kraft und/oder Ausdauer oder auch beides (Hütehunde, Schlitten- oder Zughunde; z.B. Schäferhunde, Huskys oder Sennenhunde usw.)


Die Skelettmuskeln enthalten somit eine Mischung der verschiedenen Muskelfasern [14] [15] [22]. Der vorherrschende Muskeltyp ist abhängig von der Hunderasse [21]. All diese Besonderheiten sollte bei der Haltung der Hunde auch Rechnung getragen werden. Wozu die geistige Auslastung durch die Jagd und „Spielen“ mit anderen Hunden genauso gehört wie ein gelenkschonendes Training der tiefen Muskulatur („Stellmuskulatur der Gelenke“) [3] auch bei vereisten Böden. Diese Möglichkeit steht uns mit dem Unterwasserlaufband zur Verfügung. Das Unterwasserlaufband stellt ein Krafttraining  in Verbindung mit Gelenkmobilisation unter Schonung des Bindegewebes dar. Das Prinzip des Unterwassertrainings ist es, das Körpergewicht des Hundes mit Hilfe des Auftriebes durch das Wasser zu reduzieren, den natürlichen Bewegungsablauf des Hundes, das Laufen, zu fordern und gleichzeitig die Bewegung durch den Widerstand zu „führen“.

Das Bewegungsmuster des Laufens sollte gerade für den Hund aufgrund seiner umfangreichen Muskulatur in jeder Situation gefördert werden. Schnelle Richtungswechsel beim Spielen und Rennen (Kurven) stellen vor allem für gelenk- oder knochennahe Muskeln eine Herausforderung dar, die gerade in ihrer notwendigen „Kraft-Ausdauer“ ausgebildet werden sollten, um auch Verletzungsgefahren zu mindern.

Abbildung 2 – Hund beim „Jagdtraining“ (Coursing)

                                                            

Gerade auch aus diesen Gründen stellt Schwimmen für den Vierfüßer Hund pauschal keinen adäquaten Bewegungsablauf dar. Muskeln können generell an verschiedene Aufgaben adaptieren [17]. Ausdauertraining führt zu einer Zunahme von Typ I und zu einer Abnahme von Typ II Muskelfasern. Schnelligkeitstraining erhöht hingegen den Anteil der Typ II Fasern [16]. Das Verhältnis zwischen Typ I und Typ II Muskelfasern ist aber auch genetisch festgelegt [17]. Eine Größenzunahme der Typ II Fasern kann durch Krafttraining beobachtet werden, wobei jedoch die Größe der Typ I Fasern nicht durch Training beeinflusst werden kann [16]. Grundsätzlich spielen erbliche Reize wie auch Reize aus der Umwelt bei der Zusammensetzung der Muskelnfasern eine Rolle.

Grundlagen der Muskulatur

Muskelaufbau und Muskelfasertypen des Hundes

Der augenscheinliche Aufbau des Skelettmuskels, der die Kraft bei der Eigenbewegung des Tieres darstellt, besteht aus dem aktiven Teil (Muskelbauch) und dem passiven Teil (Sehnen).


Der Muskel an sich, der Muskelbauch wird von Muskelzellen (Gruppen von 50-100 Muskelzellen) gebildet, die durch bindegewebige Hüllen zu kleineren und größeren funktionellen Einheiten zusammengefasst werden. Aus lockerem Bindegewebe bestehend, schließt das umhüllende Gewebe (mit bloßen Augen erkennbar) die versorgenden Strukturen wie Blut- und Lymphgefäße und auch Nerven ein.

Abbildung 3 - Quelle Wikipedia

 

   

 




Sehnen stellen die Verbindung zwischen Muskel und Knochen dar. Sie dienen als passive Zugvorrichtung, die die Kraft auf die knöchernen Skelettteile und die Faszieni – „Muskelhäute“ - übertragen. Die Sehnen stellen die Verbindung zwischen Muskel und Knochen dar. Sie dienen als passive Zugvorrichtung, die die Kraft auf die knöchernen Skelettteile und die Faszien – „Muskelhäute“ - überträgt.



Abbildung 4 - Querschnitt durch eine Sehnenscheide - Quelle Wikipedia

 

   

 


1 Stratum fibrosum
2 Mesotendinum
3 äußeres Blatt des Stratum
   synoviale
4 Gleitraum mit Synovia
5 inneres Blatt des Stratum
   synoviale
6 Sehne





Hier verlassen wir nun den Bereich, der mit bloßem Auge erkennbar ist und gelangen in den nur noch mit dem Mikroskop erkennbaren Muskelfasern, Fibrillen und kontraktilen Elementen. Die Muskelfaser besteht aus mehreren hundert Myofibrillenii, die die funktionellen (kontraktilen) Eiweiße (Proteine: Aktin und Myosin) enthalten und so miteinander verzahnt sind, dass sie das charakteristische quergestreifte Muster, das Schachbrettmuster (siehe auch Abb. 1 und Abb.3) bilden. Anhand der Muskelfasern erfolgt dann eine Charakterisierung der Skelettmuskulaturfasertypen.

Abbildung 5 – kontraktile Eiweiße - Quelle Wikipedia




Säugetiere weisen in ihrer Skelettmuskulatur die Fasertypen-I [6], IIA [19], -IIB [20]; [13]  und IIC [5] auf, wobei beim Hund die Typ-IIB Fasern [4] fehlen. Die Darstellung des charakteristischen Schachbrettmusters, kann mit Hilfe histochemischer Färbungen (ATPase Reaktionen) erfolgen. Durch das die Faser innervierende Motoneuroniii, wird der Fasertypiv bestimmt. Das typische Schachbrettmusterbild der Skelettmuskulatur kommt dadurch zustande, dass die Muskelfasern einer motorischen Einheit nicht als Gruppe zusammen liegen, sondern mit Muskelfasern anderer motorischer Einheiten vermischt sind.


Tabelle 1 – Fasertypenverteilung der Gliedmaßen

 

     

 


Vordergliedmaße



Beckengliedmaße

Muskelfasertyp

Oberarm


Unterarm


Typ I

Hoher Anteil (++); tiefe Strecker; gegen die Schwer-kraft arbeitend (z.B. Mm.triceps brachii, anconeus (100%), Caput mediale, Caput accessorium (90%))

Geringerer Anteil (+); deutlich weniger als 90% (z.B. Caput laterale, Caput longum)


50%; tiefe Muskeln; keine Wirkung gegen die Schwerkraft (z.B. M. flexor digitalis superficialis; 30% M. flexor digitalis profundus)


Sehr hoher Anteil (+++); deutlich höherer Anteil des Fasertyps I (100% M.quadriceps femoris)



Typ II

Es gibt keine

[3]


reinen Typ II


Muskeln




M.semitendinosus des Greyhounds hat einen deutlich höheren Typ II Anteil als andere Rassen



Die Verteilung der Fasertypen beim

  • Windhund (Greyhound, Galgo Espanol, Podenco; [1][2]

  • Deutscher Schäferhund, Mischlingen, Beagle und Jagdhunden [18] und [7][8][9][10] sowie [11] haben diesbezüglich widersprüchliche Befunde).



Typ I

Roter Muskeltyp, wenige Muskelfasern/Myofibrillen, vermehrt Muskelfarbstoff/Myoglobin im Muskelzellleib/Sarkoplasma eingelagert, viele Mitochondrien („Kraftwerke“ der Zellen) und Enzyme der Zellatmung vorhanden, Kontraktion langsam, kraftvoll und sehr ausdauernd


Typ II

Weißer Muskeltyp, überwiegend Muskelfasern/Myofilamente, wenig Myoglobin im Sarkoplasma gespeichert, nur vereinzelt Mitochondrien vorhanden, dadurch nur geringe Energiereserven vorhanden, die Kontraktionsfähigkeit ist erhöht, die Kontraktion schnell.


Typ II a

Ebenso wie die Typ I Fasern ermüdungsresistent.


Typ II b

Ermüden im Gegensatz zu den anderen Fasertypen sehr schnell.


Typ II x

Von seinen Merkmalen zwischen Typ II a und II b anzuordnen.


Abbildung 6 – spielende Hunde

Die Energielieferung der Skelettmuskulatur

Die wichtigsten Brennstoffe für den Muskel sind Glucose, Fettsäuren und Ketonkörper. Muskeln besitzen im Gegensatz zum Gehirn einen beträchtlichen Glykogenvorrat (5000kJ). Tatsächlich sind ¾ des gesamten Glykogens in der Muskulatur gespeichert.

Der Glykogengehalt des Muskels kann nach einer Mahlzeit 1% betragen.

Die ATP-Menge in einem Muskel reicht nur aus, um die Kontraktionsfähigkeit für einen Sekundenbruchteil aufrechtzuerhalten. Der Wirbeltiermuskel enthält ein Reservoir energiereicher Phosphorylgruppen in Form des Creatinphosphates. Diese Verbindung hat einen höheren „Energiegehalt“ als ATP. So ist Creatinphosphat für einen Läufer in den ersten vier Sekunden eines 100m Sprints die Hauptquelle für energiereiches Phosphat. Im aktiven Muskel nimmt der ATP-Spiegel nur geringfügig ab, bis der größte Teil des Creatinphosphats verbraucht ist.


Abbildung 7 – spielende Hunde

Methodik

Mit Auftrieb wird eine Kraft bezeichnet, die eine Flüssigkeit oder ein Gas auf einen Körper ausübt. Diese physikalische Gesetzmäßigkeit wird im Unterwasserlaufband  als Therapiemethode angewandt. So wird der Tierkörper durch unterschiedliche Eintauchtiefen vom Wasser getragen. (Abb. 4 – 1-3). Gleichzeitig stellt das Wasser einen Widerstand dar, der darüber hinaus durch einen Druck von Außen das Lymphgefäßsystem massiert. Daneben werden die Bewegungen „geführt“, da diese der Form des Hundebeines gleichsam dem Luftwiderstand folgen. Das Wasser stellt sozusagen einen erhöhten Luftwiderstand dar, dem durch verlangsamte Bewegungen Rechnung getragen wird.


Abbildung 8 – trainierender Hund nach Op

Abbildung 9 - Prozentangabe Prozent der Einsinktiefe im Wasser.

Abb. 4/1 30%             Abb. 4/2 50%           Abb. 4/3 Über 50%


Bei den Unterwasserlaufbändern wiederum gibt es mehrere Hersteller, die Variationen eines ähnlichen Prinzips anbieten. Das Unterwasserlaufband ist vordergründig für die Rehabilitation in erster Linie für Pferde und Hunde entwickelt worden. Katzen lassen sich aufgrund ihrer hydrophoben Neigung in der Regel nicht therapieren. Gerade bei Sportverletzungen, aber auch bei Wirbelsäulenerkrankungen bis hin zum Bandscheibenvorfall, kann eine Hydrotherapie hilfreich sein. Die Tiere gelangen auf das trockene Laufband, welches dann in das Wasser herabgelassen wird oder aber das Becken wird geflutet. Die hierbei entstehenden Geräusche können bei ängstlichen Tieren zur Verwirrung führen. Nach optimal eingestellter Wassertiefe wird das Laufband in Bewegung gesetzt und je nach Gesundheitsstatus und Trainingsplan eingestellt.


Bei dem Modell, welches ich in meiner Praxis verwende, handelt es sich um ein Unterwasserlaufband der Firma Activomed®. Dieses Unterwasserlaufband zeichnet sich unter anderem durch ein Umbau aus, auf welchem die Tiere selbständig eine Rampe bis auf das Laufband gehen. Sind sie oben angekommen, wird das Band in das Wasser hinuntergelassen bis in die Tiefe, die für den Patienten notwendig ist. Das Wasser ist immer vorgeheizt. Die Wassertemperatur wird auf den Patienten und dessen Bedürfnissen eingestellt. Die Temperatur des Wassers wird in der Regel auf 28°C vorgewärmt, wobei diese Temperatur auch 32°C oder mehr betragen kann.


Die Wassertiefe wird anhand einiger Knochenpunkte am Hund ermittelt und nach Therapieansatz eingestellt. Zu Beginn werden die Hunde mit einem geringen Tempo an das Laufen gegen den Wasserwiderstand gewöhnt. Haben sie sich daran gewöhnt, wird auch hier je nach Therapieansatz das Tempo langsam bis zu dem eigentlichen Lauftempo erhöht und eingestellt. Zum Laufen werden die Tiere durch Spielsachen, Leckerli und vor allem positive Unterstützung durch den Besitzer angespornt. Nach der in den meisten Fällen 30 minütigen Therapie wird eine deutliche Ruhephase individuell für den Patienten durchgeführt, wobei der Hund auf dem Magnetfeld ruht, eine Tiefenmassage oder Akupunktur erhält. Auf jeden Fall wird weiterhin die Wärme in der Muskulatur des Patienten gehalten, um so auch den Abtransport der Schlackenstoffe aus der Muskulatur zu fördern.


Gesundheitsstatus

Der betreuende Tierarzt muss beim Unterwassertraining insbesondere auf die Herz-Kreislaufsituation achten, da durch den Wasserdruck und die Temperaturen im Wasser eine erhöhte Belastung besteht. Läsionen der Haut werden durch eine geeignete Abdeckung (z.B. Zinksalbe) geschützt.

Prinzipiell kann ein Hund auch bei vorliegender Herzproblematik im Wasser therapiert werden. Hierbei ist jedoch eine Überprüfung des Blutdruckes durchzuführen. Eine Blutdruckmessung wie auch Testung der kapillären Füllungszeit1 (KFZ) ist unbedingt notwendig. Bei Ausfällen von Nervenstrukturen, die eine Verminderung der Sensibilität oder Motorik nach sich ziehen, können diese durch den Therapeuten beim Unterwasserlaufband von Aktivomed® durch seinen Umbau gut ausgeglichen werden.




Abbildung 10 – trainierter Hund auf einer Sandbahn



Eigene Fälle


Cirmandeh und Sissy – Kreuzbandriss



Abbildung 11 - Cirmandeh




Cirmandeh ist eine Afghanen-Dame, die zu dem Zeitpunkt ihres Unfalles sechs Jahre alt war. Die chirurgische Versorgung verlief ohne Komplikationen, wobei eine so genannte Kapselraffung durchgeführt wurde. Die Probleme traten eher post operationem auf, da die Körperwahrnehmung der Tiere durchaus eine andere sein kann als die, die wir durch unsere Ratio wahrnehmen. Auch die Angst vor Schmerzen kann eine deutliche Belastung für den Patienten darstellen.

Im Wasser konnte sich Cirmandeh mit Hilfe des Auftriebes und der Wärme entspannen. Sie akzeptierte, die ihr ungewohnte Umgebung wie auch den Bewegungsablauf, wobei sie mehr und mehr Freude gewann und ein gutes Kraftausdauertraining beginnen konnte. – Der Rest ist Geschichte. Sie ging wieder auf die Bahn, sah den „Hasen“ und siegte.


Sissy ist ein dreijähriges Bolonka zwetna Mädchen, welches eine wahre Odyssee der Schmerzen hinter sich hat bringen müssen. Leider kam sie erst sechs Monate nach der ersten Kreuzband Operation zu mir. Von Oberschenkelmuskulatur konnte man nicht mehr sprechen. Sie trug einen „Seidenfaden“ als Kreuzbandersatz im Knie, welcher jedoch nur weitere Probleme generierte. Dieser wurde dann bei einer zweiten Operation entfernt, 14 Tage danach konnte ich die Besitzerin überzeugen, Sissy trainieren zulassen, obwohl der Operateur noch davon abriet und eine dritte Operation andeutete. Vom Chirurgen schon bekam Sissy muskelaufbauende Medikamente und bei der zweiten Nachkontrolle – die Fäden wurden nach 14 Tage gezogen – war der Chirurg über den sehr guten Heilungsverlauf überrascht. Sissy ist noch in der aktuellen Therapie und wird wahrscheinlich zeitlebens wegen der auftretenden Arthrosen eine Physiotherapiepatientin bleiben. Schmerzfrei ohne Schmerzmittel, solange es geht, ist hier das Ziel.


Abbildung 12 - Sissy



Cooper – Femurkopfresektionen wegen schwerster Hüftdysplasie


Abbildung 13 - Cooper


Die Hüftdysplasie (HD) ist eine vererbte Erkrankung der Beckenknochenausbildung, wobei es zu keiner ausreichenden Gelenkpfanne für den Oberschenkelkopf kommt.

Bei sehr schweren Fällen „rutscht“ der Femurkopf in der mangelhaft ausgebildeten Pfanne nur „hin und her“ und verursacht bereits dadurch Schmerzen. Zudem liegt eine Instabilität der Beckengliedmaße vor, die der Körper solange nicht durch Muskulatur ausgleichen kann, wie er eben wegen erheblicher Schmerzen die Beine schont oder nicht belastet.


Bei Cooper war die HD beidseits so schwerwiegend, dass er sich eher wie eine Robbe nur mit den Schultergliedmaßen vorwärts bewegte und die Beckengliedmaßen hinter sich herzog. Ein Aufstehen war nahezu unmöglich. Der Chirurg sah keine andere Möglichkeit, als beide Femurköpfe zu resizieren („wir haben keine andere Möglichkeit und dann schauen wir mal, was passiert“). Da die Besitzerin medizinisch geschult ist, war für sie der Gang zum Physiotherapeuten selbstverständlich.


So bauten wir Cooper physisch und psychisch im Wasser und auf der Wiese mit meinem eigenen jungen Barsoi auf. Jeder Umweltreiz war uns willkommen. Die Kraft kam aus dem Wasser, die Übung an Land.

Cooper ist jetzt ein kräftiger, gut gebauter 3-jähriger Rüde, der nun mehr nur noch ein- bis zweimal im Monat zum „Wassertreten“ kommen muss und keiner Schmerzmedikation bedarf. – Vielleicht viel später mal wieder.


Die Femurkopfnekrose ist eine noch nicht restlos geklärte Erkrankung der Blutgefäßausbildung und –versorgung des Femurkopfes bei zumeist Jack-Russel/Parson-Terrier-Familien.


Francis ist so ein typischer Fall ohne, dass die Züchterin es vorhersehen konnte. Zum Glück wurde es schnell vom betreuenden Tierarzt erkannt und operiert. Francis war von da an aber der Meinung nur noch 3 Pfoten zu haben. Ungefähr ein viertel Jahr nach der Operation kam Francis ins Wasser. Sie lernte ihre zweite Beckengliedmaße zwar schnell wieder kennen, größtenteils ist es aber noch immer ein Wettlauf mit der Schwerkraft, dass ihre Wirbelsäule keinen Schaden davon trägt. Die Muskulatur braucht bei den Mädchen eben auch etwas länger, um zu „wachsen“.




Abbildung 14 - Francis wegen einer Femurkopfnekrose



Dino, Justus und Freddy – Bandscheibenoperation


Der Bandscheibenvorfall der drei Patienten war gleichfalls klassisch. Erstens Dino ein stark übergewichtiger Dackel. Zweitens Justus ein sehr großer, „zu aktiver Dackel“. Und drittens Freddy ein Cavalier King Charles Spaniel auch mit „leichtem“ Übergewicht.

Dies sind nicht so sehr die RisikofaktDer Bandoren des Windhundes. Jedoch auch hier sind Bandscheibenvorfälle leider keine Seltenheit. Leider jedoch viel eher im Bereich der Halswirbelsäule, was wahrscheinlich mit der deutlichen Schwerpunktverlagerung auf die Schultergliedmaßen zurückzuführen ist und gerade deshalb hier ein Brustgeschirr statt Halsband von deutlichem Nutzen ist. Daneben werden noch genetische Veränderungen des Bandapparates diskutiert (z.B. das so genannte Wobbler-Syndromv). Für das Training im Unterwasserlaufband spielt nur die Kenntnis um diese Tatsache eine Rolle.


Abbildung 15 - Justus



Viggo und Moritz – geriatrische Patienten


Abbildung 16 - Moritz




Moritz ist zwar noch kein wirklich alter Dackel mit neun Jahren, aber einige andere Grunderkrankungen haben viele Lebensjahre gekostet. Hier im „Jungbrunnen“ kann er aber endlich wieder wie eine Feder schweben und wie ein junger Dackel traben, was er auch tatsächlich wieder macht und auch an Land kaum zu bremsen ist.



Viggo ist tatsächlich schon ein gesetzter Herr und die Arthrosen machen ihm zu schaffen. Aber mit der Lymphdrainage und Tiefenmassage des Gewebes durch den Wasserdruck gewinnt auch der „Grand Seniore“ noch mal einige Lebensjahre zurück. Eine anschließende Akupunktur und Magnetfeldtherapie rundet sein „Wellness-Programm“ ab.


Abbildung 17 - Viggo




Und – der Muskel wächst in der Ruhe, nicht in der Belastung …



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1 Die Zeit, die der Kreislauf benötigt die Schleimhäute nach „Entleerung“  wieder regelrecht zu durchbluten. Testung meist am Zahnfleischsaum nach Druck auf das Selbige.

  

i Faszie

stellt mit den untergeordneten Bindegewebssepten die Verbindung zu Sehnen, Periost/Knochenhaut und Aponeurosen/Sehnenplatten her, [12]


  

ii Aufbau der Myofibrillen/Muskelfasern

Die Filamente/Fasern sind so angeordnet, dass dickere Myosinfilamente nebeneinander liegend insgesamt die so genannte A-Bande der Myofibrille ergeben. In der so genannte I-Bande liegen die dünneren Aktinfilamente, die zwischen die Myosinfilamete ragen jedoch nicht die gegenüberliegenden Aktinfilamente erreichen. So bleibt innerhalb der A-Bande ein helleres Areal (H-Zone, Hensens Zone) erhalten, in der sich die verdickten Anfangsteile (M-Linie, Mittelscheibe) der Myosinfilamente befinden. In der Mitte der I-Bande ist die Z-Linie oder Zwischenscheibe lokalisiert, an der die Aktinfilamente befestigt sind [15]. Als Sarkomer wird der Bereich bezeichnet, der zwischen zwei angrenzenden I-Banden liegt und mehrere wiederkehrende Sarkomere werden als Myofibrille bezeichnet, die durch den intermyofibrillären Raum getrennt sind [7].

Eine Muskelfibrille (synonym Myofibrille), ist in den Muskelzellen (synonym Muskelfasern) eine Funktionseinheit auf der Ebene eines Zellorganells, die der Zelle eine aktive Verkürzung (Kontraktion) ermöglicht.


  

iii Motoneuron

motorisches Neuron, die efferenten/absteigende Nervenbahnen (im Gegensatz zu affent/aufsteigend)


  

iv Skelettmuskulatur – Fasertypen

Einteilung der Muskelfasern in Typ I, Typ IIa, Typ II b und Typ II x oder SO – slow twitch-oxidative – OG – fast-twitch-oxidative-glycolytic – FG – fast-twitch-glycolytic


Fasertyp I

Ausdauer“ Muskelzellen, die vor allem mit vollständiger Oxidation und damit aerob arbeiten


Fasertypus II

kraftvolle“ Muskelzellen, die vor allem ohne vollständige Oxidation arbeiten


v Wobbler-Syndrom, auch  Zervikale MalformationZervikale SpondylopathieZervikale SpondylomyelopathieSpinale Ataxie;

ist ein Symptomkomplex, der durch Nervenschädigungen im Bereich des Rückenmarks bzw. der Rückenmarksnerven im Bereich der Halswirbelsäule hervorgerufen wird (spinale Ataxie).